Heilende Gedanken: Über den Frieden

Als ich Anfang der 1980er Jahre zusammen mit Hunderttausenden friedensbewegt durch Deutschlands Städte latschte, war mir nicht klar, wie weit der Weg zum Frieden wirklich ist. So sammelte ich in den folgenden Jahren erst einmal wenig friedvolle Erfahrungen in zunehmend radikaleren Anti-Bewegungen. Schließlich dämmerte es mir langsam, dass ich etwas bekämpfe, das in mir ist. Und ich fing an nach innen zu blicken, machte mich auf die Suche nach Sinn und Selbst, eine Suche, die über zwei Jahrzehnte in Anspruch nehmen sollte.

Nun sehe ich Frieden für mich als das höchste erreichbare Ziel an. Der Dichter und spirituelle Lehrer Robert Lax sagte noch mit über achtzig Jahren: “Jeden Tag versuche ich zu sehen, was mich friedlicher machen kann. Wenn ich das für mich besser sehe, vielleicht kann ich dann anderen besser helfen.”
Äußerer Frieden ist untrennbar verbunden mit innerem Frieden. Unser Inneres spiegelt sich im Außen. Und die Bedingungen für inneren Frieden sind reichhaltig: Nur in der Abwesenheit von Angst, Aversion, Sorge, Druck, Negativität, Mangelgefühlen, Leid und dem vom Ego beherrschten Verstand ist er zu finden. Wahrer Frieden stellt sich ein in der Stille, im Nicht-anders-sein-wollen, im Einklang mit dem was ist, im Fluss der bedingungslosen Liebe, in der mystischen Vereinigung mit dem Göttlichen. Sind Frieden und Erwachen nicht letztlich ein und dasselbe? Ich finde es lohnenswert, jeden Tag über den Frieden nachzudenken – jeden Tag zu sehen, was mich friedlicher machen kann.

Friede mit allen.