Lyrik

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Kennst du dieses Reinfallen ins absolute Nichtwissen, dieses Absaufen in Hilflosigkeit? Weil da nichts mehr ist zum festhalten? Wenn die Leerheit der Dinge erkannt ist, die Welt der Erscheinungen wie ein Traum gesehen wird… der schon zu Ende geträumt ist. Es ist schon passiert. Der Ablauf der manifesten Welt ist unvermeidlich. Nichts ist in meiner Hand.

Am Grund des Sees ist Klarheit, Liebe und Frieden, doch das Tiefersinken durch immer dunklere Gewässerschichten und die Luftknappheit wecken Ängste und Zweifel… das Ich – ein Phantom, maskiert mit Konzepten, Vorstellungen und Anhaftungen – kämpft ums Überleben. Die christlichen Mystiker des Mittelalters nannten das die “Dunkle Nacht”. Was galt schon damals als “Therapie”? Geschehenlassen… das “Aufmerken zu Gott hin”, die Hinwendung an das Göttliche als einzigstes Tun.

Vermutlich aus der Feder von Fray Juan de la Cruz (Johannes vom Kreuz) stammen diese Zeilen:

“Nichts soll dich verstören
nichts dich erschrecken
alles vergeht,

Gott ändert sich nicht.
Geduld
erlangt alles;

wer Gott hat,
dem fehlt nichts.
Gott nur genügt.”

Dem füge ich folgende Zeile hinzu:

Gott allein ist.

Im Hineinfallen in diese Wahrheit löst sich die Dualität auf, geschieht die Hingabe der Hingabe. Hier endet die Nacht, oder besser gesagt: hier stirbt derjenige, der die Nacht erfährt. Und denjenigen, der stirbt, hat es niemals gegeben – deshalb gibt es auch niemanden, der DAS machen kann. Es geschieht oder es geschieht nicht. In tiefer Hingabe an das Göttliche kümmert das auch niemanden.

Zwei Schwingen
getragen

vom Wind

in Freiheit
in Freiheit
in Freiheit

Zwei Schwingen
getragen

vom Wind

in Schönheit
in Schönheit
in Schönheit

Zwei Schwingen
getragen

vom Wind

im Vertrauen
im Vertrauen
im Vertrauen

Zwei Schwingen
getragen

vom Wind

Keine Aufgabe,
kein tieferer Sinn
außer hier sein
und so sein.

TOTAL EGAL wie!

Keine Kontrolle,
keine Verantwortung,
da absolut kein Entkommen
aus dem SEIN-WAS-ICH-NICHT-NICHT-SEIN-KANN.

Was bleibt?

Freies Spiel (What can you offer me today?)
Schmerz, Freude… (wie die Wolken am Himmel)
So etwas wie konzeptions- und objektlose Liebe (Wörter!)
und die Schönheit der Kornblume (der Duft der Maya)

SATT-SHIT-ANANDA!

Der Weg

Führt er hinein
oder hinaus,
ist er das Ziel
oder blanke Illusion?

Sehen geschieht.
Alles geschieht.
So und nicht anders.

Da ist nichts
das mir geschieht.
Und da ist nichts
das ich nicht bin.

Ich bin
im Erscheinen
und im Verschwinden

Ich bin das
aufdem Erscheinen
und Verschwinden geschieht.

Ich bin das,
was ist.

Ich war schon
bevor ich bin.

Wu wei

Losgelassen sein.
Einverstanden sein.
So und nicht anders sein.

Nur das Sein sein,
und nichts
bleibt ungetan.

AllEINs

kein Mein
kein Dein
ein Sein
allein

Sein

Ich bin
nie geboren
nie gestorben
kein Anfang
kein Ende
kein Kopf
kein Tiger
kein Nichts
Ich bin
HIER

*Ein oft zitierter Satz von Ramana Maharshi ist: “Dein Kopf ist bereits im Rachen des Tigers”. Damit wies er darauf hin, dass die Person, die sich für ein unabhängiges Individuum hält, bereits tot ist, als getrennte Wesenheit nicht existiert. Jede Erscheinung in der Phänomenalität unterliegt einem stetigen Wandel, besitzt weder Eigenständigkeit noch Handlungsfreiheit und ist somit ohne wirklichen Bestand. Solange wir uns mit dem flüchtigen Körper-Geist-Organismus identifizieren, der nur eine Erscheinung im unpersönlichen Bewusstsein ist, leben wir in Angst und “der Kopf ist bereits im Rachen des Tigers.”

Jeden Augenblick
stirbt ein Augenblick
für den Nächsten.

Es ist die reine Illusion,
dass auch nur ein Wimpernschlag
dem darauf folgenden gleicht.

Alles ist in diesem Moment frisch und neu
und doch im nächsten Moment
schon alt und vergangen.

NICHTS ist uns sicher
und NICHTS ist von Dauer
außer der Liebe Gottes,
in der wir ruhen.

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