Perlen der Weisheit

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Kennst du dieses Reinfallen ins absolute Nichtwissen, dieses Absaufen in Hilflosigkeit? Weil da nichts mehr ist zum festhalten? Wenn die Leerheit der Dinge erkannt ist, die Welt der Erscheinungen wie ein Traum gesehen wird… der schon zu Ende geträumt ist. Es ist schon passiert. Der Ablauf der manifesten Welt ist unvermeidlich. Nichts ist in meiner Hand.

Am Grund des Sees ist Klarheit, Liebe und Frieden, doch das Tiefersinken durch immer dunklere Gewässerschichten und die Luftknappheit wecken Ängste und Zweifel… das Ich – ein Phantom, maskiert mit Konzepten, Vorstellungen und Anhaftungen – kämpft ums Überleben. Die christlichen Mystiker des Mittelalters nannten das die “Dunkle Nacht”. Was galt schon damals als “Therapie”? Geschehenlassen… das “Aufmerken zu Gott hin”, die Hinwendung an das Göttliche als einzigstes Tun.

Vermutlich aus der Feder von Fray Juan de la Cruz (Johannes vom Kreuz) stammen diese Zeilen:

“Nichts soll dich verstören
nichts dich erschrecken
alles vergeht,

Gott ändert sich nicht.
Geduld
erlangt alles;

wer Gott hat,
dem fehlt nichts.
Gott nur genügt.”

Dem füge ich folgende Zeile hinzu:

Gott allein ist.

Im Hineinfallen in diese Wahrheit löst sich die Dualität auf, geschieht die Hingabe der Hingabe. Hier endet die Nacht, oder besser gesagt: hier stirbt derjenige, der die Nacht erfährt. Und denjenigen, der stirbt, hat es niemals gegeben – deshalb gibt es auch niemanden, der DAS machen kann. Es geschieht oder es geschieht nicht. In tiefer Hingabe an das Göttliche kümmert das auch niemanden.

Wunderbarer Satsang mit Pari vom One Spirit Festival 2015 in Freudenstadt.

Was ist es, was durch alle Wesen west?

Die Kraft, die alle Körper belebt, bewegt, beatmet. Diese Macht, dieses höchste Prinzip ist unsichtbar, unbeherrschbar und absolut unpersönlich.

Dieses höchste Prinzip persönlich zu nehmen bedeutet Gefangenschaft. Es zu konzeptualisieren oder gar nur zu benennen bedeutet zwangsläufig Trennung. Rechthaberei um das “richtige” Konzept führt schließlich zu Zerstörung, Leid und Tod. Doch auch das ist der Ausdruck dieser einen Kraft.

Die reine Verehrung dieses Prinzips ist das, was befreit. Die reine Verehrung dieses Prinzips führt dahin, wo es keine zwei gibt. Hier ist Frieden.

Dahinfließen… mit der Freude, mit dem Schmerz… immer hier, immer jetzt, immer im Immer… mehr ist nicht zu tun, mehr wird nicht gebraucht.

Bildausschnitt aus “mare”, Dispensionsfarbe auf Holzfaserplatte

Diese hübsche Animation bringt Advaita (Nichtzweiheit) in aller Kürze auf den Punkt. Es gab nie eine Trennung. Die Quelle des identifizierten Bewusstseins ist das universelle Bewusstsein. Nur der illusorische Ich-Gedanke steht dieser Einsicht im Weg.

In der Nichtzweiheit gibt es weder eine Idee von Trennung noch eine Idee von Einheit. Dazu die Avadhuta Gita: Manche suchen Dualität, andere Einheit. Beide wissen nichts von der Wahrheit, die zu allen Zeiten überall gleich ist. Die Wahrheit wird weder von der Dualität noch von der Nondualität berührt. (1.36)

Erstes und Letztes -Avadhuta Gita Revisited. Erste Grabreden- ein hübsch langer Untertitel für das im Noumenon-Verlag erschienene Buch von Karl Renz. Es beruht auf Auszügen aus sechs englischsprachigen Büchern mit Talks, die in Indien stattfanden und dort auch zuerst als Buch verlegt wurden. Das besondere des Werkes ist die Gegenüberstellung der Gespräche mit Karl und der Avadhuta Gita, einer Schrift des Advaita-Vedanta aus dem 9. Jahrhundert anno domini.

Und das ist so richtig gut gelungen. Sowohl die Auszüge aus der Avadhuta Gita als auch die Formulierungen von Karl Renz weisen ohne Umschweife auf den ortlosen Ort hin, auf DAS, was weder zwei noch eins ist, sondern DAS ist, was du nicht-nicht sein kannst.

Eine kleine Kostprobe: “Ich, das Eine, bin alles. Ich bin jenseits des Raumes, alles durchdringend. Wie könnte ich dann glauben, dass das Selbst wahrnehmbar ist oder sich der Wahrnehmung entzieht?” (Avadhuta Gita, 1.10) Karl: “Du bist DAS, was die Person ist, aber du bist nicht die Person. Du bist DAS, was der Körper ist, aber du bist nicht der Körper. Wenn du also bist, was ist, dann bist du was der Erfahrende ist, die Erfahrung und auch das, was erfahren wird – in der Gegenwart all dessen und auch in seiner Abwesenheit. Dann macht das keinen Unterschied. In der Gegenwart der Welt oder in ihrer Abwesenheit ist nur DAS, was ist.”

Für mich ein absolut starkes Werk, eine zeitgemäße Weiterführung der zeitlosen Lehren von Ramana, Nisargadatta, Balsekar… die Fortsetzung des ewigen Selbstgesprächs, wie Karl Renz das gerne nennt. Im Frühjahr 2016 erscheint laut Verlag der zweite Teil, die “letzten Grabreden”. Gute Aussichten, auch wenn die keiner braucht!

Gerade das neue Buch von Karl Renz bestellt. Bis dahin Zeitvertreib mit einem “12-Minuten-Selbstgespräch”, gewürzt mit viel Humor und Biss.

Und wieder ein Darshan mit HO… danke für Da-sein!

Neu entdeckt: Ein älteres Satsang mit Pari, in dem viel Essentielles enthalten ist. Mit Herz und Humor.

Und noch ein erfrischend-erhellendes Satsang mit Pari:

Weitere Satsang-Aufzeichnungen mit Pari bei Jetzt-TV

… dieses Darshan mit HO am Fuße des Arunachala. Die indische Geräuschkulisse trägt ihres dazu bei. Wer Ohren hat, der höre!

… noch mehr HO aus Tiruvannamallai:

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