Perlen der Weisheit

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Erstes und Letztes -Avadhuta Gita Revisited. Erste Grabreden- ein hübsch langer Untertitel für das im Noumenon-Verlag erschienene Buch von Karl Renz. Es beruht auf Auszügen aus sechs englischsprachigen Büchern mit Talks, die in Indien stattfanden und dort auch zuerst als Buch verlegt wurden. Das besondere des Werkes ist die Gegenüberstellung der Gespräche mit Karl und der Avadhuta Gita, einer Schrift des Advaita-Vedanta aus dem 9. Jahrhundert anno domini.

Und das ist so richtig gut gelungen. Sowohl die Auszüge aus der Avadhuta Gita als auch die Formulierungen von Karl Renz weisen ohne Umschweife auf den ortlosen Ort hin, auf DAS, was weder zwei noch eins ist, sondern DAS ist, was du nicht-nicht sein kannst.

Eine kleine Kostprobe: “Ich, das Eine, bin alles. Ich bin jenseits des Raumes, alles durchdringend. Wie könnte ich dann glauben, dass das Selbst wahrnehmbar ist oder sich der Wahrnehmung entzieht?” (Avadhuta Gita, 1.10) Karl: “Du bist DAS, was die Person ist, aber du bist nicht die Person. Du bist DAS, was der Körper ist, aber du bist nicht der Körper. Wenn du also bist, was ist, dann bist du was der Erfahrende ist, die Erfahrung und auch das, was erfahren wird – in der Gegenwart all dessen und auch in seiner Abwesenheit. Dann macht das keinen Unterschied. In der Gegenwart der Welt oder in ihrer Abwesenheit ist nur DAS, was ist.”

Für mich ein absolut starkes Werk, eine zeitgemäße Weiterführung der zeitlosen Lehren von Ramana, Nisargadatta, Balsekar… die Fortsetzung des ewigen Selbstgesprächs, wie Karl Renz das gerne nennt. Im Frühjahr 2016 erscheint laut Verlag der zweite Teil, die “letzten Grabreden”. Gute Aussichten, auch wenn die keiner braucht!

Gerade das neue Buch von Karl Renz bestellt. Bis dahin Zeitvertreib mit einem “12-Minuten-Selbstgespräch”, gewürzt mit viel Humor und Biss.

Und wieder ein Darshan mit HO… danke für Da-sein!

Neu entdeckt: Ein älteres Satsang mit Pari, in dem viel Essentielles enthalten ist. Mit Herz und Humor.

Und noch ein erfrischend-erhellendes Satsang mit Pari:

Weitere Satsang-Aufzeichnungen mit Pari bei Jetzt-TV

… dieses Darshan mit HO am Fuße des Arunachala. Die indische Geräuschkulisse trägt ihres dazu bei. Wer Ohren hat, der höre!

… noch mehr HO aus Tiruvannamallai:

Dieses 12-Minuten-Video von Gaia besticht durch glasklare Direktheit und ist gleichzeitig eine wunderbare Meditation über das was wir sind. Meine Empfehlung: Nicht nur sehen und hören, sondern lass dich wirklich auf diese Übung ein… hier und jetzt… mit möglicherweise erweckender Wirkung!

Die größte Karotte, die du dir vor´s Gesicht halten kannst, ist wohl die Karotte des Verstehen- und Wissenwollens. Denn wer will denn verstehen und wissen? “Ich” kann meine wahre Natur nicht verstehen, ich kann sie nur sein und dadurch bedingt niemals wissen, was sie ist. Der Punkt ist, dass das Auge alles sieht, aber sich selbst niemals sehen kann – und doch dauernd existent ist. Nisargadatta Maharaj sprach deswegen oft von der Notwendigkeit des intuitiven Verstehens.

In diesem Sinne hier ein Hinweis auf unsere wahre Natur, der absolut nicht zu verstehen ist :) : Unsere wahre Natur ist vor jeder Erfahrung, vor jedem Fühlen, vor jedem Gedanken, vor der Person, vor dem Ich-bin-Bewusstsein und auch vor dem reinen Gewahrsein. Alles, was im Bewusstsein erscheint und verschwindet können wir nicht sein, da wir schon vor dem sein müssen. Wir können also nur DAS sein, in dem alles -somit die gesamte Manifestation- erscheint. Dabei ist die Manifestation wie ein Schatten des Unmanifesten und nicht voneinander zu trennen. Und DAS wiederum ist und bleibt unfassbar und vor jedem Wissen, denn es ist das Wissen selbst – das nichts von sich weiß.

Auf dieses Interview mit dem Autor und Maler Karl Renz bin ich heute gestoßen. Es geht unter anderem um das größte Missverständnis des (Schein-)Individuums: Die Angst vor dem, was unsere wahre Natur ist.

“Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.” (Johannes 3,3)

“Geburt und Wiedergeburt gehören zum Körper. Sie identifizieren das Selbst mit dem Körper. Das ist eine falsche Identifizierung. Sie glauben, dass der Körper geboren wurde und sterben wird und halten die Erscheinungen, die den Körper betreffen, fälschlicherweise für das Selbst. Erkennen Sie ihr wirkliches Sein, und diese Frage wird sich nicht mehr erheben. Wiedergeburt gibt es nur so lange, wie es Nichterkenntnis gibt.

Wenn Sie aber fragen, wer geboren wurde und ob Geburt und Tod für Sie oder jemand von Ihnen Getrennten gilt, dann erkennen Sie die Wahrheit, und die Wahrheit befreit Sie von allem Karma und allen Geburten. Wenn sich das Ego durch Ergründung auflöst, bricht dies alles sofort zusammen, und es verbleibt nur das Selbst. Wirkliche Wiedergeburt ist das Sterben des Ego in das absolute Bewusstsein. Darin liegt die Bedeutung der Kreuzigung Jesu.”

aus: Ramana Maharshi – Sei, was du bist!

Das Sichtbare entspringt dem Unsichtbaren. Alles Sichtbare erscheint als sich ständig wandelnde Form. Alles Sichtbare geht wieder ins Unsichtbare. Das Sichtbare ist niemals getrennt vom Unsichtbaren. Das Sichtbare ist im Unsichtbaren enthalten und das Unsichtbare im Sichtbaren. „Form ist Leere, Leere ist Form“, so verkündet das buddhistische Herz-Sutra seit etwa 1.600 Jahren die Lehre der höchsten Weisheit.

Die Identifikation mit der Form ist gleich Leiden, ebenso erschafft die Identifikation mit der Leere Trennung und entspricht nicht unserer wahren Natur. Die Befreiung ist das Darüberhinausgehen, das Erkennen, das Erspüren, das Erfahren der Einheit des Seins. Das Wunder des “ich bin”: Leere und Form, nicht Form und nicht Leere.

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