Perlen der Weisheit

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Leben nährt sich von Leben. Ein sich selbsternährender, ständig wandelnder Superorganismus, in Gang gehalten von der universellen Lebenskraft. Was darin ist das Individuum? Bewusstes Sein, das sich als eine getrennte Körper-Geist-Einheit identifiziert – und dann bedroht fühlt durch andere Körper-Geist-Einheiten.

Bündnisse mit anderen Körper-Geist-Einheiten dienen in der Regel der Abgrenzung gegenüber anderen Körper-Geist-Einheiten. Das ist wie ein Traum geträumter Charaktere, la grande illusion. Bewusstes Sein -nicht identifiziert- ist dagegen Sehen ohne einen Seher. Doch in wem oder was erscheint “Sehen”? Indische Weise benennen das mit Parabrahman, der höchsten und letzten Wirklichkeit.

PS: Wer das jetzt als Theorie liest ist selber nur Theorie :-)

Noch ein Zitat und klarer Pointer: “Da wo zwei sind = Krieg.” Karl Renz, am Pfingstwochenende in Berlin: http://www.karlrenz.com

“Wir erreichen nur dann Göttlichkeit oder Gottes Segen, wenn wir Gott in seinem Verehrer sehen. Wenn du dich selbst ein Individuum (Jiva) nennst, wirst du ein Individuum. Wenn du glaubst, dass du Gott bist, das Selbst (Atman), wirst du zu Gott. Und wenn du sagst, dass du Gott (Shiva) bist, wirst du und bist du Gott.” Sri Siddharameshwar Maharaj

Der wohl direkteste Hinweis auf die “Wahre Natur”. So direkt und klar, das er kaum zu nehmen ist… für ein identifiziertes Individuum, den mit einer Persönlichkeit maskierten Gott.

Verantwortung ist das Erkennen, dass es da draußen niemanden gibt, der verantwortlich ist. Verantwortung ist das Verweilen in der Präsenz. Verantwortung ist die lebendige Antwort auf den jetzigen Moment.

Doch Vorsicht, dies ist ein Konzept! “Wir sollten Konzepte benutzen wie einen Dorn, mit dem man einen anderen Dorn aus dem Fuss entfernt und anschließend beide wegwirft.” (Ramana Maharshi)

HO bei den Friedensgesprächen in Berlin… danke für das und danke an Jetzt-TV und Devasetu für´s Veröffentlichen.

“Was ist der Sinn des Lebens?”
fragte das Leben
das Leben.

Kennst du dieses Reinfallen ins absolute Nichtwissen, dieses Absaufen in Hilflosigkeit? Weil da nichts mehr ist zum festhalten? Wenn die Leerheit der Dinge erkannt ist, die Welt der Erscheinungen wie ein Traum gesehen wird… der schon zu Ende geträumt ist. Es ist schon passiert. Der Ablauf der manifesten Welt ist unvermeidlich. Nichts ist in meiner Hand.

Am Grund des Sees ist Klarheit, Liebe und Frieden, doch das Tiefersinken durch immer dunklere Gewässerschichten und die Luftknappheit wecken Ängste und Zweifel… das Ich – ein Phantom, maskiert mit Konzepten, Vorstellungen und Anhaftungen – kämpft ums Überleben. Die christlichen Mystiker des Mittelalters nannten das die “Dunkle Nacht”. Was galt schon damals als “Therapie”? Geschehenlassen… das “Aufmerken zu Gott hin”, die Hinwendung an das Göttliche als einzigstes Tun.

Vermutlich aus der Feder von Fray Juan de la Cruz (Johannes vom Kreuz) stammen diese Zeilen:

“Nichts soll dich verstören
nichts dich erschrecken
alles vergeht,

Gott ändert sich nicht.
Geduld
erlangt alles;

wer Gott hat,
dem fehlt nichts.
Gott nur genügt.”

Dem füge ich folgende Zeile hinzu:

Gott allein ist.

Im Hineinfallen in diese Wahrheit löst sich die Dualität auf, geschieht die Hingabe der Hingabe. Hier endet die Nacht, oder besser gesagt: hier stirbt derjenige, der die Nacht erfährt. Und denjenigen, der stirbt, hat es niemals gegeben – deshalb gibt es auch niemanden, der DAS machen kann. Es geschieht oder es geschieht nicht. In tiefer Hingabe an das Göttliche kümmert das auch niemanden.

Wunderbarer Satsang mit Pari vom One Spirit Festival 2015 in Freudenstadt.

Was ist es, was durch alle Wesen west?

Die Kraft, die alle Körper belebt, bewegt, beatmet. Diese Macht, dieses höchste Prinzip ist unsichtbar, unbeherrschbar und absolut unpersönlich.

Dieses höchste Prinzip persönlich zu nehmen bedeutet Gefangenschaft. Es zu konzeptualisieren oder gar nur zu benennen bedeutet zwangsläufig Trennung. Rechthaberei um das “richtige” Konzept führt schließlich zu Zerstörung, Leid und Tod. Doch auch das ist der Ausdruck dieser einen Kraft.

Die reine Verehrung dieses Prinzips ist das, was befreit. Die reine Verehrung dieses Prinzips führt dahin, wo es keine zwei gibt. Hier ist Frieden.

Dahinfließen… mit der Freude, mit dem Schmerz… immer hier, immer jetzt, immer im Immer… mehr ist nicht zu tun, mehr wird nicht gebraucht.

Bildausschnitt aus “mare”, Dispensionsfarbe auf Holzfaserplatte

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