Heilung

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Was ist es, was durch alle Wesen west?

Die Kraft, die alle Körper belebt, bewegt, beatmet. Diese Macht, dieses höchste Prinzip ist unsichtbar, unbeherrschbar und absolut unpersönlich.

Dieses höchste Prinzip persönlich zu nehmen bedeutet Gefangenschaft. Es zu konzeptualisieren oder gar nur zu benennen bedeutet zwangsläufig Trennung. Rechthaberei um das “richtige” Konzept führt schließlich zu Zerstörung, Leid und Tod. Doch auch das ist der Ausdruck dieser einen Kraft.

Die reine Verehrung dieses Prinzips ist das, was befreit. Die reine Verehrung dieses Prinzips führt dahin, wo es keine zwei gibt. Hier ist Frieden.

Sei offen für alles was jetzt hier ist.
Tritt beiseite, lasse es geschehen.
Gebe alle Bemühungen und jeglichen Schutz auf.
Sei mutig und lade die Monster aus dem Keller zum Tee ein.
Fühle sie so total, bis sie im Gewahrsein verbrennen.
Springe wie aus einem Flugzeug in die Tiefe.
Falle ins Sein, stirb ins Nichtsein.
Und DU BIST ALLES, nur nicht DU.

(inspired by a seminar with Christian Meyer)

Dahinfließen… mit der Freude, mit dem Schmerz… immer hier, immer jetzt, immer im Immer… mehr ist nicht zu tun, mehr wird nicht gebraucht.

Bildausschnitt aus “mare”, Dispensionsfarbe auf Holzfaserplatte

Dieser Vortrag vom Forum Erleuchtung 2013 enthält im ersten Teil wunderbare und einfache Übungen zum Energiefluss. Rein in die Praxis!
Der zweite Teil dokumentiert den sehr intensiven Austausch über das Thema zwischen den Teilnehmern des Forums.

Teil 2 bitte hier klicken

“Wer innehält, erhält inneren Halt und bleibt sich selbst erhalten.”

Laotse

Innehalten ist für mich ein einfaches Mittel, um sofort in die Präsenz zu kommen. Noch dazu ist es in fast jeder Lebenslage durchführbar. Einfach Innehalten, wenn ein Impuls dazu kommt: beim Arbeiten, beim Essen, beim Gehen, beim Sprechen, beim Tanzen, beim Abspülen… radikal und mittendrin jegliche körperliche und geistige Bewegung stoppen. Völlig grundlos. Einfach sehen, hören, schmecken, riechen, fühlen… das volle Repertoire der Sinneswahrnehmung! In der absoluten Schärfe der Gegenwärtigkeit. Falls der Geist noch plappert, ihn plappern lassen und ihm nicht folgen… alles darf sein wie es genau jetzt ist.

Innehalten ist eine Übung, die mir großen Spaß macht und den Horizont des Daseins enorm erweitert. Die Wahrnehmung verfeinert sich und es fällt mir nach einigen Monaten des Praktizierens immer leichter, ganz spontan in klarer Präsenz zu verweilen. Und ganz langsam und fast schon automatisch halte ich auch in der Bewegung inne, ist plötzlich Stille da! Sicher ist das Innehalten “auf Befehl” nur eine Technik… das erwachte Sein im Hier und Jetzt benötigt keine Technik oder Methode – erwachtes Sein ist ewiges, grundloses Innehalten – so zumindest meine Vorstellung, die natürlich nichts mit der Wahrheit zu tun hat :) Also spiele ich weiter mit den Dingen… und halte mich nicht fest am Innehalten.

Jedes wollen und nicht wollen ist letztlich Widerstand gegen das, was jetzt hier ist. Jedes wollen und nicht wollen basiert auf Wertung und Erwartung des denkenden Verstands. Jedes wollen und nicht wollen ist gedankliche Autosuggestion und führt zur Besonderung des Ich, zur Stärkung des Ego und damit in die Trennung.


Wie geht Wasser mit Widerständen um?

Solange wir etwas wollen, kriegen wir immer wieder die Kehrseite geliefert. Alles was wir nicht wollen, bekommen wir auch immer wieder – solange, bis wir akzeptieren, dass wir es nicht wollen. Wenn Widerstand sich ausdrücken darf, wenn Widerstand sein darf, dann löst sich der Widerstand. Alles darf so sein wie es ist. Das ultimative Okay zu allen Okays und Nicht-Okays ist der Schlüssel zum Frieden mit der Soheit des Lebens.

Hier ist nicht die Rede von akustischer Stille, sondern von Stille als Bewusstheitszustand, als reinem Gewahrsein dessen was ist. In dieser Stille ist tiefer Frieden und eine unbeschreibliche Weite. Hier ist Eins-Sein. Diese Stille ist die Sprache des Göttlichen. Diese Stille ist und bleibt der wahre Guru oder Lehrer.

Die Identifikation mit unserem Verstand und der unaufhörliche Gedankenstrom dagegen sind wie ein stark bewölkter Himmel. Er steht zwischen uns und der ungetrübten Wahrnehmung einer unendlichen Weite.

Ein Weg, um den Himmel zu klären führt über die Wahrnehmung dessen, was jetzt da ist. Das können alle Sinneswahrnehmungen, Gefühle, der Atem, körperliche Empfindungen oder Schmerzen sein. Wenn wir sie willkommen heißen, liebevoll und sanft beobachten… ohne den auftauchenden Gedanken und Geschichten Beachtung oder Glauben zu schenken… dann reißt die Wolkendecke auf und die ersten Sonnenstrahlen tragen Wärme ins Herz, das wahre Sein schimmert hindurch… wir kommen nach Hause.

In die Stille führen uns weder Sollen noch Wollen. Keine Anstrengung, keine Kontrolle, kein Suchen, kein Versuchen und keine Erwartungen. Nur einfaches Schauen, was gerade hier ist. Die Hingabe an genau das. Die Bereitschaft, alles zu fühlen. Die Bereitschaft, darin zu sterben.

Mit etwas Praxis verstummt der Verstand immer mehr und das Wunder des reinen Seins wird gewahr. Dieses Gewahrsein ist mit Worten nicht zu beschreiben. Es ist.

Die größte Falle, in die wir überhaupt tappen können, ist die, alles ernst zu nehmen – und vor allem uns selbst. Gesunder Humor ist ein Kennzeichen von Weisheit. Humor lässt uns einen Schritt zurücktreten und hebt uns auf eine höhere Bewusstseinsebene. Was sehen wir von dort oben? Die Seifenoper, in die wir verstrickt sind. Wenn wir in der Lage sind die Seifenoper zu identifizieren und sie einfach zu beobachten, entdecken wir den Nonsens in ihr. Non-sense = kein Sinn.

Dazu ein Sufi-Meister: “Du kannst dir sicher sein, dass alle Menschen, die in der Hölle sitzen, sehr kritisch sind und sich ernst nehmen. Mach es wie sie, wenn du in die Hölle willst. Im Paradies sind die Menschen immer am Feiern und sagen: Alles ist gut! Und sie haben recht, denn das ist die Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist das Paradies.” (aus: Das Kamel auf dem Dach / Burhanuddin Herrmann)

Kann es sein, dass alles -absolut alles- was uns geschieht, nur passiert, damit wir aufwachen? Das drängt sich mir immer deutlicher auf. Und so kann ich alles was geschieht mit Dankbarkeit annehmen… es gibt weder negative noch positive Ereignisse. Alles ist neutral.

Das Leben, oder besser die Intelligenz hinter dem Leben (oder müsste es heißen: die Intelligenz im Leben?) will, dass wir uns dessen gewahr sind. Anders ausgedrückt: Der Sinn des Lebens ergibt sich aus der Verbindung zum Göttlichen. Das Wunder der Existenz entfaltet sich, wenn wir dem Leben voll und ganz vertrauen, wenn wir jegliche Bewertungen, Vorstellungen und Urteile loslassen.

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