Im Sog eines Schwarzen Lochs… was mir grad immer klarer erscheint: Das Leben als getrenntes, selbstbestimmtes Wesen ist alles andere als real und macht auch überhaupt keinen Sinn! Wer also bin ich? Da ist Gewahrsein, jetzt und hier bewusst zu sein. “Es gibt nichts außer Bewusstsein“, mit diesem Satz hat Ramesh Balsekar seine Lehre so schön in nur einem Satz zusammengefasst. Der Körper-Geist-Mechanismus ist manifest gewordenes Bewusstsein, ohne dessen sich das Bewusstsein nicht bewusst sein könnte.

Die Identifikation mit dem ´Objekt´ unserer Erscheinung ist das große Missverständnis – doch ebensowenig gibt es uns als von allen Objekten getrenntes ´Subjekt´. Das was wir sind, ist reine Subjektivität, nur eben nicht als Individuum. Das Erwachen aus dem großen Missverständnis ist eine Gnade, die weder durch Bemühungen erreicht werden kann, noch zeitgebunden ist – denn wer ist es denn, der Befreiung sucht? Wer bin ich vor jedem Gedanken? Das ist die wesentliche Frage.

Was also tun? Tun durch Nicht-Tun, totale Hingabe und Annahme an das was ist… das bedeutet absolut freies Handeln in der Erkenntnis nicht der Handelnde zu sein. Und ja, selbst das Ego akzeptieren. Nur die Quelle, die das Ego erschaffen hat, kann das Ego zerstören. Es gibt nur Gottes Wille. Es geschieht. Dazu noch ein Zitat von Nisargadatta Maharaj: “Befreiung heißt nur die Vorstellung loszuwerden, es gäbe jemanden, der befreit werden müsste.”

Dieser Vortrag vom Forum Erleuchtung 2013 enthält im ersten Teil wunderbare und einfache Übungen zum Energiefluss. Rein in die Praxis!
Der zweite Teil dokumentiert den sehr intensiven Austausch über das Thema zwischen den Teilnehmern des Forums.

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Das Sichtbare entspringt dem Unsichtbaren. Alles Sichtbare erscheint als sich ständig wandelnde Form. Alles Sichtbare geht wieder ins Unsichtbare. Das Sichtbare ist niemals getrennt vom Unsichtbaren. Das Sichtbare ist im Unsichtbaren enthalten und das Unsichtbare im Sichtbaren. „Form ist Leere, Leere ist Form“, so verkündet das buddhistische Herz-Sutra seit etwa 1.600 Jahren die Lehre der höchsten Weisheit.

Die Identifikation mit der Form ist gleich Leiden, ebenso erschafft die Identifikation mit der Leere Trennung und entspricht nicht unserer wahren Natur. Die Befreiung ist das Darüberhinausgehen, das Erkennen, das Erspüren, das Erfahren der Einheit des Seins. Das Wunder des “ich bin”: Leere und Form, nicht Form und nicht Leere.

Dieser Darshan mit HO gehört derzeit zu meinen absoluten Lieblings-”Leerstunden”. Auch nach dem fünften Mal ansehen… viel Freude damit!

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Der Ruf

Das Blau des Himmels
ruft:
hier, jetzt!
Knirschender Kies
ruft:
hier, jetzt!
Kalter Wind auf der Haut
ruft:
hier, jetzt!
Dieselgestank
ruft:
hier, jetzt!
Der Schwindel im Kopf
ruft:
hier, jetzt!
Vogelgezwitscher
ruft:
hier, jetzt!
Dumpfer Hammerschlag
ruft:
hier, jetzt!
Ein glasiges Augenpaar
ruft:
hier, jetzt!
Leisgurgelnder Bach
ruft:
hier, jetzt!
Der Geschmack auf der Zunge
ruft:
hier, jetzt!
Kettensägengejaule
ruft:
hier, jetzt!
Pochender Puls
ruft:
hier, jetzt!
Ein blökendes Schaf
ruft:
hier, jetzt!
Kribbeln in der Nase
ruft:
hier, jetzt!
Fernes Geläut
ruft:
hier, jetzt!
Die frierende Hand
ruft:
hier, jetzt!
Grummeln im Bauch
ruft:
hier, jetzt!

In allem
der Ruf
der Stille

“Wer innehält, erhält inneren Halt und bleibt sich selbst erhalten.”

Laotse

Innehalten ist für mich ein einfaches Mittel, um sofort in die Präsenz zu kommen. Noch dazu ist es in fast jeder Lebenslage durchführbar. Einfach Innehalten, wenn ein Impuls dazu kommt: beim Arbeiten, beim Essen, beim Gehen, beim Sprechen, beim Tanzen, beim Abspülen… radikal und mittendrin jegliche körperliche und geistige Bewegung stoppen. Völlig grundlos. Einfach sehen, hören, schmecken, riechen, fühlen… das volle Repertoire der Sinneswahrnehmung! In der absoluten Schärfe der Gegenwärtigkeit. Falls der Geist noch plappert, ihn plappern lassen und ihm nicht folgen… alles darf sein wie es genau jetzt ist.

Innehalten ist eine Übung, die mir großen Spaß macht und den Horizont des Daseins enorm erweitert. Die Wahrnehmung verfeinert sich und es fällt mir nach einigen Monaten des Praktizierens immer leichter, ganz spontan in klarer Präsenz zu verweilen. Und ganz langsam und fast schon automatisch halte ich auch in der Bewegung inne, ist plötzlich Stille da! Sicher ist das Innehalten “auf Befehl” nur eine Technik… das erwachte Sein im Hier und Jetzt benötigt keine Technik oder Methode – erwachtes Sein ist ewiges, grundloses Innehalten – so zumindest meine Vorstellung, die natürlich nichts mit der Wahrheit zu tun hat :) Also spiele ich weiter mit den Dingen… und halte mich nicht fest am Innehalten.

Rebellion der Stille heißt das lesenswerte Blog von Arne Eckert. Mit seiner klaren und einfachen Sprache vermittelt Arne die Essenz von Stille und Erwachen auf eine sehr knackige Art und Weise.

Sehr inspirierend finde ich auch das Video-Interview auf dieser Seite:

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Es scheint Fakt zu sein: Solange wir uns als getrenntes Individuum denken und fühlen, leiden wir. Unser Ego -unsere Identifikation mit dem Ich- scheint der absoluten Freiheit im Wege zu stehen. Doch geht es wirklich darum, das Ego zu töten? Wenn das Ego Angst vor der Vernichtung hat, hält es dann nicht umso verbissener an seiner Position im Zentrum fest? Geht es vielleicht eher darum, das Ich zu befreien, ihm die Last abzunehmen im Mittelpunkt zu stehen?

Das Ich im Zentrum ist hoffnungslos überfordert, denn es ist dafür gar nicht geschaffen. Gefühle von Anspannung, Schuld, Scham, Angst, Widerstand, Abspaltung, Unfrieden, Begrenzung, Mangel und Anhaftung zeigen sich mehr oder weniger und weisen auf diese Überforderung hin. Der permanente Gedankenstrom trennt uns vom Dasein und der bedingungslosen Liebe. Fragen wir uns doch einmal: Sind wir wirklich dieses Ich? Können wir die Last dieses Ich wirklich (noch) tragen? Wer sind wir wirklich?

“Liebes Ich: du musst nicht sterben, nur die Illusion der Identifikation mit dir. Alle belastenden Gedanken und Geschichten werden ab sofort nicht mehr geglaubt und hingegeben. Außerhalb des Zentrums bist du willkommen, vollkommen erleichtert, frei und geliebt. Du wirst dort gebraucht als Organisator der Abläufe im Hier und Jetzt. Du ermöglichst und sicherst meiner Manifestationsform das existieren als göttlicher Ausdruck des Einen Lebens. Danke für dein Sein.”

Jedes wollen und nicht wollen ist letztlich Widerstand gegen das, was jetzt hier ist. Jedes wollen und nicht wollen basiert auf Wertung und Erwartung des denkenden Verstands. Jedes wollen und nicht wollen ist gedankliche Autosuggestion und führt zur Besonderung des Ich, zur Stärkung des Ego und damit in die Trennung.


Wie geht Wasser mit Widerständen um?

Solange wir etwas wollen, kriegen wir immer wieder die Kehrseite geliefert. Alles was wir nicht wollen, bekommen wir auch immer wieder – solange, bis wir akzeptieren, dass wir es nicht wollen. Wenn Widerstand sich ausdrücken darf, wenn Widerstand sein darf, dann löst sich der Widerstand. Alles darf so sein wie es ist. Das ultimative Okay zu allen Okays und Nicht-Okays ist der Schlüssel zum Frieden mit der Soheit des Lebens.

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