Ich bin
nie geboren
nie gestorben
kein Anfang
kein Ende
kein Kopf
kein Tiger
kein Nichts
Ich bin
HIER

*Ein oft zitierter Satz von Ramana Maharshi ist: “Dein Kopf ist bereits im Rachen des Tigers”. Damit wies er darauf hin, dass die Person, die sich für ein unabhängiges Individuum hält, bereits tot ist, als getrennte Wesenheit nicht existiert. Jede Erscheinung in der Phänomenalität unterliegt einem stetigen Wandel, besitzt weder Eigenständigkeit noch Handlungsfreiheit und ist somit ohne wirklichen Bestand. Solange wir uns mit dem flüchtigen Körper-Geist-Organismus identifizieren, der nur eine Erscheinung im unpersönlichen Bewusstsein ist, leben wir in Angst und “der Kopf ist bereits im Rachen des Tigers.”

Die größte Karotte, die du dir vor´s Gesicht halten kannst, ist wohl die Karotte des Verstehen- und Wissenwollens. Denn wer will denn verstehen und wissen? “Ich” kann meine wahre Natur nicht verstehen, ich kann sie nur sein und dadurch bedingt niemals wissen, was sie ist. Der Punkt ist, dass das Auge alles sieht, aber sich selbst niemals sehen kann – und doch dauernd existent ist. Nisargadatta Maharaj sprach deswegen oft von der Notwendigkeit des intuitiven Verstehens.

In diesem Sinne hier ein Hinweis auf unsere wahre Natur, der absolut nicht zu verstehen ist :) : Unsere wahre Natur ist vor jeder Erfahrung, vor jedem Fühlen, vor jedem Gedanken, vor der Person, vor dem Ich-bin-Bewusstsein und auch vor dem reinen Gewahrsein. Alles, was im Bewusstsein erscheint und verschwindet können wir nicht sein, da wir schon vor dem sein müssen. Wir können also nur DAS sein, in dem alles -somit die gesamte Manifestation- erscheint. Dabei ist die Manifestation wie ein Schatten des Unmanifesten und nicht voneinander zu trennen. Und DAS wiederum ist und bleibt unfassbar und vor jedem Wissen, denn es ist das Wissen selbst – das nichts von sich weiß.

Dieser Talk mit Karl Renz ist ein mit einem guten Schuss Humor gewürztes Sahnehäubchen non-dualem Ausdrucks.

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Auf dieses Interview mit dem Autor und Maler Karl Renz bin ich heute gestoßen. Es geht unter anderem um das größte Missverständnis des (Schein-)Individuums: Die Angst vor dem, was unsere wahre Natur ist.

“Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.” (Johannes 3,3)

“Geburt und Wiedergeburt gehören zum Körper. Sie identifizieren das Selbst mit dem Körper. Das ist eine falsche Identifizierung. Sie glauben, dass der Körper geboren wurde und sterben wird und halten die Erscheinungen, die den Körper betreffen, fälschlicherweise für das Selbst. Erkennen Sie ihr wirkliches Sein, und diese Frage wird sich nicht mehr erheben. Wiedergeburt gibt es nur so lange, wie es Nichterkenntnis gibt.

Wenn Sie aber fragen, wer geboren wurde und ob Geburt und Tod für Sie oder jemand von Ihnen Getrennten gilt, dann erkennen Sie die Wahrheit, und die Wahrheit befreit Sie von allem Karma und allen Geburten. Wenn sich das Ego durch Ergründung auflöst, bricht dies alles sofort zusammen, und es verbleibt nur das Selbst. Wirkliche Wiedergeburt ist das Sterben des Ego in das absolute Bewusstsein. Darin liegt die Bedeutung der Kreuzigung Jesu.”

aus: Ramana Maharshi – Sei, was du bist!

Im Sog eines Schwarzen Lochs… was mir grad immer klarer erscheint: Das Leben als getrenntes, selbstbestimmtes Wesen ist alles andere als real und macht auch überhaupt keinen Sinn! Wer also bin ich? Da ist Gewahrsein, jetzt und hier bewusst zu sein. “Es gibt nichts außer Bewusstsein“, mit diesem Satz hat Ramesh Balsekar seine Lehre so schön in nur einem Satz zusammengefasst. Der Körper-Geist-Mechanismus ist manifest gewordenes Bewusstsein, ohne dessen sich das Bewusstsein nicht bewusst sein könnte.

Die Identifikation mit dem ´Objekt´ unserer Erscheinung ist das große Missverständnis – doch ebensowenig gibt es uns als von allen Objekten getrenntes ´Subjekt´. Das was wir sind, ist reine Subjektivität, nur eben nicht als Individuum. Das Erwachen aus dem großen Missverständnis ist eine Gnade, die weder durch Bemühungen erreicht werden kann, noch zeitgebunden ist – denn wer ist es denn, der Befreiung sucht? Wer bin ich vor jedem Gedanken? Das ist die wesentliche Frage.

Was also tun? Tun durch Nicht-Tun, totale Hingabe und Annahme an das was ist… das bedeutet absolut freies Handeln in der Erkenntnis nicht der Handelnde zu sein. Und ja, selbst das Ego akzeptieren. Nur die Quelle, die das Ego erschaffen hat, kann das Ego zerstören. Es gibt nur Gottes Wille. Es geschieht. Dazu noch ein Zitat von Nisargadatta Maharaj: “Befreiung heißt nur die Vorstellung loszuwerden, es gäbe jemanden, der befreit werden müsste.”

Dieser Vortrag vom Forum Erleuchtung 2013 enthält im ersten Teil wunderbare und einfache Übungen zum Energiefluss. Rein in die Praxis!
Der zweite Teil dokumentiert den sehr intensiven Austausch über das Thema zwischen den Teilnehmern des Forums.

Teil 2 bitte hier klicken

Das Sichtbare entspringt dem Unsichtbaren. Alles Sichtbare erscheint als sich ständig wandelnde Form. Alles Sichtbare geht wieder ins Unsichtbare. Das Sichtbare ist niemals getrennt vom Unsichtbaren. Das Sichtbare ist im Unsichtbaren enthalten und das Unsichtbare im Sichtbaren. „Form ist Leere, Leere ist Form“, so verkündet das buddhistische Herz-Sutra seit etwa 1.600 Jahren die Lehre der höchsten Weisheit.

Die Identifikation mit der Form ist gleich Leiden, ebenso erschafft die Identifikation mit der Leere Trennung und entspricht nicht unserer wahren Natur. Die Befreiung ist das Darüberhinausgehen, das Erkennen, das Erspüren, das Erfahren der Einheit des Seins. Das Wunder des “ich bin”: Leere und Form, nicht Form und nicht Leere.

Dieser Darshan mit HO gehört derzeit zu meinen absoluten Lieblings-”Leerstunden”. Auch nach dem fünften Mal ansehen… viel Freude damit!

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“Wer innehält, erhält inneren Halt und bleibt sich selbst erhalten.”

Laotse

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