Hier ist nicht die Rede von akustischer Stille, sondern von Stille als Bewusstheitszustand, als reinem Gewahrsein dessen was ist. In dieser Stille ist tiefer Frieden und eine unbeschreibliche Weite. Hier ist Eins-Sein. Diese Stille ist die Sprache des Göttlichen. Diese Stille ist und bleibt der wahre Guru oder Lehrer.

Die Identifikation mit unserem Verstand und der unaufhörliche Gedankenstrom dagegen sind wie ein stark bewölkter Himmel. Er steht zwischen uns und der ungetrübten Wahrnehmung einer unendlichen Weite.

Ein Weg, um den Himmel zu klären führt über die Wahrnehmung dessen, was jetzt da ist. Das können Gefühle, der Atem, körperliche Empfindungen oder Schmerzen sein. Wenn wir sie willkommen heißen, liebevoll und sanft beobachten und fühlen… ohne uns Gedanken darüber zu machen… ohne eine Geschichte damit zu verknüpfen… dann reißt die Wolkendecke auf und die ersten Sonnenstrahlen tragen Wärme ins Herz, das wahre Sein schimmert hindurch… wir kommen nach Hause.

In die Stille führen uns weder Sollen noch Wollen. Keine Anstrengung, keine Kontrolle, kein Suchen, kein Versuchen und keine Erwartungen. Nur einfaches Schauen, was gerade hier ist. Die Hingabe an genau das. Die Bereitschaft, alles zu fühlen. Die Bereitschaft, darin zu sterben.

Mit etwas Praxis verstummt der Verstand immer mehr und das Wunder des reinen Seins wird gewahr. Dieses Gewahrsein ist mit Worten nicht zu beschreiben. Es ist.

Die größte Falle, in die wir überhaupt tappen können, ist die, alles ernst zu nehmen – und vor allem uns selbst. Gesunder Humor ist ein Kennzeichen von Weisheit. Humor lässt uns einen Schritt zurücktreten und hebt uns auf eine höhere Bewusstseinsebene. Was sehen wir von dort oben? Die Seifenoper, in die wir verstrickt sind. Wenn wir in der Lage sind die Seifenoper zu identifizieren und sie einfach zu beobachten, entdecken wir den Nonsens in ihr. Non-sense = kein Sinn.

Dazu ein Sufi-Meister: “Du kannst dir sicher sein, dass alle Menschen, die in der Hölle sitzen, sehr kritisch sind und sich ernst nehmen. Mach es wie sie, wenn du in die Hölle willst. Im Paradies sind die Menschen immer am Feiern und sagen: Alles ist gut! Und sie haben recht, denn das ist die Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist das Paradies.” (aus: Das Kamel auf dem Dach / Burhanuddin Herrmann)

Kann es sein, dass alles -absolut alles- was uns geschieht, nur passiert, damit wir aufwachen? Das drängt sich mir immer deutlicher auf. Und so kann ich alles was geschieht mit Dankbarkeit annehmen… es gibt weder negative noch positive Ereignisse. Alles ist neutral.

Das Leben, oder besser die Intelligenz hinter dem Leben (oder müsste es heißen: die Intelligenz im Leben?) will, dass wir uns dessen gewahr sind. Anders ausgedrückt: Der Sinn des Lebens ergibt sich aus der Verbindung zum Göttlichen. Das Wunder der Existenz entfaltet sich, wenn wir dem Leben voll und ganz vertrauen, wenn wir jegliche Bewertungen, Vorstellungen und Urteile loslassen.

Worte sind Hinweisschilder. Beim Betrachten des Mondes taucht das Wort Mond in unserem Verstand auf. Doch das Wort Mond ist nicht der Mond. Betrachten wir den Mond eingehender -ohne ihn mit dem Verstand zu erfassen- tauchen wir tiefer in die Wirklichkeit ein. Worte versuchen Dinge zu beschreiben die nicht beschreibbar sind. Das Sein ist wortlos.

Worte helfen uns im alltäglichen Miteinander. Und Worte helfen uns der wortlosen Wahrheit näher zu kommen. Halten wir uns jedoch an Worten fest, entfernen wir uns von der Wahrheit. Dann stehen die Worte zwischen uns und des Gewahrseins dessen, was hier und jetzt ist. Die Erkenntnis der wahren Bedeutung nur eines Wortes lässt alle anderen Worte explodieren.

Worte sind nicht.

Jeden Augenblick
stirbt ein Augenblick
für den Nächsten.

Es ist die reine Illusion,
dass auch nur ein Wimpernschlag
dem darauf folgenden gleicht.

Alles ist in diesem Moment frisch und neu
und doch im nächsten Moment
schon alt und vergangen.

NICHTS ist uns sicher
und NICHTS ist von Dauer
außer der Liebe Gottes,
in der wir ruhen.

Am 21. Dezember liegt die längste und damit dunkelste Nacht bereits hinter uns. Ab diesem Tag werden wir täglich mit mehr Licht beschenkt. Das ist eine passende Synchronizität zum Beginn eines neuen Zyklus nach dem Maya-Kalender, der auf diesen Tag fällt. Vieles deutet darauf hin, dass wir in ein neues Zeitalter wechseln und als Menschheit einen dringenden evolutionären Schritt vollziehen.

Es endet das Zeitalter einer überholten Weltanschauung, die auf Trennung basiert und viel Leid und Zerstörung erschaffen hat und immer noch schafft. Der Übergang geschieht natürlich nicht an diesem einen Tag und ist auch schon einige Jahrzehnte im Gange. Jetzt erfährt dieser evolutionäre Prozess jedoch eine starke Beschleunigung, wohl auch in Anbetracht der großen Bedrohung des Lebensraums Planet Erde. Immer mehr Menschen erwachen nun aus dem Alptraum der Trennung.

Wir bewegen uns mitten hinein in das Zeitalter der Verbindung. In Wahrheit gab es nie eine Trennung. Wir haben nur das Gewahrsein darüber verloren, dass wir mit allem und allen verbunden sind. Jetzt ist die Zeit gekommen aufzuwachen und dieses Gewahrsein wiederzuerlangen. Es ist höchste Zeit, dass wir unsere Wurzeln wieder stärken und die Verbindung zwischen allen Dingen und Wesen wahrnehmen. Verbundenheit ist unsere wahre Natur.

Erinnern wir uns:

daran, dass unser Selbst aus lauter Nicht-Selbst-Elementen besteht. Daran, dass das gesamte Universum in allem und in allen enthalten ist. Daran, dass alles aus Liebe ist. Daran, dass alles, was nicht aus Liebe zu sein scheint, ein Schrei nach Liebe ist. Daran, dass wir unschuldig sind. Daran, dass wir gefallene Engel sind, verwundet und missbraucht. Daran, dass wir liebenswert sind, so wie wir sind. Daran, dass das Licht aus der Dunkelheit kommt. Daran, dass wir uns unaufhaltsam und mit dunklen Schwingen auf das Licht zubewegen. Daran, dass wir Licht und Liebe sind. Daran, dass wir reines Gewahrsein sind, reines Sein, ohne Anfang und ohne Ende. Daran, dass es einen Urgrund allen Seins gibt – von manchen auch “Gott” genannt. Daran, dass Gottes Wille unser vollkommenes Glück ist. Daran, dass wir Eins sind mit allem und allen… mit Gott.

Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft sind immer da. Sie sind immer jetzt. Es gibt nur das Jetzt. Woraus besteht das Jetzt? Aus allen Informationen, die jemals existierten, die existieren und jemals existieren werden. Unser persönliches Jetzt ist das Gewahrsein dieser Informationen.
Wir sind diese Informationen.

Unsere Wahrnehmung der Vergangenheit beruht auf subjektiver Deutung. So wirkt jede Umdeutung eines Ereignisses in der Vergangenheit auf unsere Gegenwart und unsere Zukunft. Alles Zukünftige dagegen manifestiert sich im Jetzt. Wir sind der Drehbuchautor, der Hauptdarsteller, der Kameramann und der Regisseur unseres Lebens. Gott ist der Produzent, ohne den hier gar nichts läuft. Er stellt uns die Welt als Bühne und alle notwendigen Mittel zur Verfügung.

Aus Annahme, Deutung, Entscheidung, Bereitschaft und Vision formt sich die Zukunft. Unsere Möglichkeiten zur Mitschöpfung verleihen uns Macht und geben uns die Verantwortung für alles, was geschah, was geschieht und was geschehen wird. Dabei hat alles immer die Bedeutung, die wir ihm geben.
Und zwar genau jetzt.

Panta rhei. Alles fließt. Alle Elemente, Formen und Farben sind im stetigen Wandel. Panta rhei. Alles fließt. Alles war immer da, alles ist immer da und alles wird immer da sein. Panta rhei. Alles fließt. Aus Nichts kann nicht Etwas werden und aus Etwas kann nicht Nichts werden. Panta rhei. Alles fließt. Kein Werden, kein Vergehen. Panta rhei. Alles fließt. b*love


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Der Nahost-Konflikt ist momentan omnipräsent in den Medien. Reihum gibt es Solidaritätsbekundungen für diese oder jene Seite der beteiligten Kriegsgegner. Schuldzuweisungen sind dabei obligatorisch. Und Schuld ist der Beton bei der Zementierung der Opfer- und Täterrollen. Der Konflikt scheint unlösbar. Und das ist er auch – zumindest so lange wir die Trennung zwischen Gut und Böse aufrecht erhalten.

Partei zu ergreifen ist einer Lösung des Konflikts absolut nicht dienlich. In Wahrheit sind beide Parteien zugleich Täter und Opfer. Mit der Tat wird der Täter immer auch zum Opfer. Alles, was wir anderen antun ist nichts als eine Form der Selbstbestrafung. Täter wie Opfer verdienen unser Mitgefühl, denn sie sind in Wahrheit eins.

Die eigentliche Frage ist doch: Wo liegt die tiefe Ursache des Nahost-Konflikts? Jeder Konflikt basiert auf Trennung, Angst, Verurteilung und Schuld. Am Anfang erheben wir uns über andere oder stellen uns unter andere. Das ist die einfache Wahrheit und die Ursache hinter der Gewalt. Niemand ist auserwählt, niemand ist etwas Besonderes. Niemand verdient es, Schmerz und Leid zu erfahren. Und niemand ist Schuld. Wir sind alle Brüder und Schwestern, die Verletzungen mit uns herumtragen. Unter diesen Wunden sind wir allesamt göttlich und heil. Tatsächlich haben wir nur vergessen, dass wir Brüder und Schwestern sind.

Der Nahost-Konflikt ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass die Zeit keine Wunden heilt. Diese Kraft besitzt nur die Vergebung. Sie ist das Wundermittel, dass zur Verbindung führt. Vergebung lässt das Eis in unseren Herzen schmelzen. Vergebung bereitet der bedingungslosen Liebe den Weg. Erst wenn wir jede und jeden unserer Schwestern und Brüder annehmen, wie sie sind, kann die Schuld, die Angst, alle Urteile und der Wunsch nach Vergeltung losgelassen und transformiert werden. Dann wird ein neues Zeitalter beginnen. Es ist das Zeitalter eines neuen Bewusstseins: Des Bewusstseins der Verbindung, des Eins-Seins, der Liebe, der Freude und des Friedens. Die Würde aller wäre tatsächlich unantastbar, und das nicht nur auf dem Papier. Kannst du dir eine solche Welt vorstellen?

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