H20

Bin wie Wasser
in stetig wandelbarer Form
von ewig formloser Natur

fließe
umspiele
trage
funkle
zerstöre
bewege
nähre
kühle
verschlinge
glitzere
falle

bin wie Wasser
von der Quelle
niemals getrennt.

Verantwortung ist das Erkennen, dass es da draußen niemanden gibt, der verantwortlich ist. Verantwortung ist das Verweilen in der Präsenz. Verantwortung ist die lebendige Antwort auf den jetzigen Moment.

Doch Vorsicht, dies ist ein Konzept! “Wir sollten Konzepte benutzen wie einen Dorn, mit dem man einen anderen Dorn aus dem Fuss entfernt und anschließend beide wegwirft.” (Ramana Maharshi)

Sein ist Gott, Gott ist Sein. Christi Geburt ist ein Symbol: Für die Geburt des Lichts, das unendlich und ewig ist, ohne Geburt und ohne Tod. Selbst ohne einen Schöpfer, da es Schöpfung ist. Sein ist Bewusstsein, ist Herz, ist Licht.

Christi Geburt ist nicht die Geburt eines Körpers, sie ist die Manifestation von Licht, Herz und Bewusstsein in einem Körper. Der Körper ist eine flüchtige und endliche Form – Bewusstsein, Herz und Licht sind universell, ewig und unendlich.

Du kannst dich für das Bewusstsein halten, aber damit weiter machen, etwas als Wesen zu wollen, selbst wenn es spirituelles Wissen ist. Der Körper ist ein Instrument, durch das sich das Bewusstsein selbst offenbart, doch er hat keine getrennte, eigene Identität.

Der Körper ist an die Zeit gebunden und dieses Bewusstsein, das vom stofflichen Körper abhängt, ist auch zeitgebunden.
Der belebende Atem ist das aktive Element, das den Körper in Bewegung hält. Bewusstsein ist das passive Element. Der belebende Atem wird den Körper nach einer gewissen Zeit verlassen und totes Material zurücklassen; das Bewusstsein wird den Körper ebenfalls verlassen und mit dem universellen Bewusstsein verschmelzen.

Das ist der Ablauf. Und was daran hältst du für dich selbst?

Das ist lediglich ein Funktionieren, es gibt darin kein getrenntes Wesen. Zweifelsfrei ist unsere wahre Natur jedem bekannt, aber aufgrund der Identifikation mit dem Körper als einem getrennten Wesen ist diese Natur überschattet worden. Dieses Wissen ist völlig nutzlos, solange du dich für ein getrenntes Wesen hältst, das spirituelle Rettung erwartet. Es gibt kein Wesen, dass einen Vorteil von diesem Wissen haben kann.

Erfahrungen und Wissen werden zu persönlichen Erinnerungen. Vor dem Ereignis der Empfängnis war keine Erfahrung und kein Wissen und spätestens nach dem Ereignis Tod wird kein Wissen und keine Erinnerung mehr sein – keine Persönlichkeit mehr sein. Was also wird geboren und was stirbt?

Es ist einfacher zu verstehen, dass die gesamte Manifestation seiner Natur nach ein Traum ist oder eine Fata Morgana, aber du deutest den Rest der Manifestation als Fata Morgana und lässt den Sehenden der Phänomene nicht los. Doch der Wahrnehmende ist auch Teil der Fata Morgana.

(frei nach Nisargadatta Maharaj)

HO bei den Friedensgesprächen in Berlin… danke für das und danke an Jetzt-TV und Devasetu für´s Veröffentlichen.

“Was ist der Sinn des Lebens?”
fragte das Leben
das Leben.

Ichlos

Ist kein Ich
ist kein du
ist nicht mal Gott
ist Leben
ist Sein
ist nur
ist

Ich gehe den Camino del norte. Ich gehe für mich. Ich gehe für meine Familie. Ich gehe für die Ahnen. Ich gehe für die Mutter Erde. Ich gehe für dich. Ich gehe im Bewusstsein und Verehrung der einen Lebenskraft, die durch alles fließt. Möge ich aufrecht, kraftvoll und in Schönheit gehen. Möge ich in Frieden gehen. Ich gehe so, wie es für mich bestimmt ist. Om Namah ShivayaInschallahSub conditione Jacobaea.

Nota bene: Mit dem Ankommen in Santiago de Compostela war für die Menschen im Mittelalter die Erdenpilgerschaft beendet – das Ziel des Unterwegssein zu Gott ist erreicht. Es ist ein Ankommen in dem, was wir immer sind und nicht nicht sein können. Und somit führt dahin auch kein Weg… und doch: Gehen geschieht, Wege werden beschritten… die nächste Erfahrung, der nächste Schluck Kaffee. Leben!

Kennst du dieses Reinfallen ins absolute Nichtwissen, dieses Absaufen in Hilflosigkeit? Weil da nichts mehr ist zum festhalten? Wenn die Leerheit der Dinge erkannt ist, die Welt der Erscheinungen wie ein Traum gesehen wird… der schon zu Ende geträumt ist. Es ist schon passiert. Der Ablauf der manifesten Welt ist unvermeidlich. Nichts ist in meiner Hand.

Am Grund des Sees ist Klarheit, Liebe und Frieden, doch das Tiefersinken durch immer dunklere Gewässerschichten und die Luftknappheit wecken Ängste und Zweifel… das Ich – ein Phantom, maskiert mit Konzepten, Vorstellungen und Anhaftungen – kämpft ums Überleben. Die christlichen Mystiker des Mittelalters nannten das die “Dunkle Nacht”. Was galt schon damals als “Therapie”? Geschehenlassen… das “Aufmerken zu Gott hin”, die Hinwendung an das Göttliche als einzigstes Tun.

Vermutlich aus der Feder von Fray Juan de la Cruz (Johannes vom Kreuz) stammen diese Zeilen:

“Nichts soll dich verstören
nichts dich erschrecken
alles vergeht,

Gott ändert sich nicht.
Geduld
erlangt alles;

wer Gott hat,
dem fehlt nichts.
Gott nur genügt.”

Dem füge ich folgende Zeile hinzu:

Gott allein ist.

Im Hineinfallen in diese Wahrheit löst sich die Dualität auf, geschieht die Hingabe der Hingabe. Hier endet die Nacht, oder besser gesagt: hier stirbt derjenige, der die Nacht erfährt. Und denjenigen, der stirbt, hat es niemals gegeben – deshalb gibt es auch niemanden, der DAS machen kann. Es geschieht oder es geschieht nicht. In tiefer Hingabe an das Göttliche kümmert das auch niemanden.

Zwei Schwingen
getragen

vom Wind

in Freiheit
in Freiheit
in Freiheit

Zwei Schwingen
getragen

vom Wind

in Schönheit
in Schönheit
in Schönheit

Zwei Schwingen
getragen

vom Wind

im Vertrauen
im Vertrauen
im Vertrauen

Zwei Schwingen
getragen

vom Wind

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